Östliche Schweiz - angrenzende Vorarlberg Region
Acht Kukis, acht Motorräder und ein Plan: von St. Gallenkappel durchs Toggenburg, übers Rheintal und in den Bregenzerwald.
Das Wetter meinte es fast zu gut mit uns. Je näher wir dem Rheintal kamen, desto mehr verwandelte sich die angenehme Motorradtour in Saunieren auf zwei Rädern.
Kurven hatten wir genug – nur leider auch genügend Verkehr davor. Überholen? Theoretisch ja. Praktisch ungefähr so wahrscheinlich, wie im Rhein ein Golnugget zu finden. Also tuckerten wir stellenweise tapfer hinterher und übten uns in einer unter Motorradfahrenden besonders anspruchsvollen Disziplin: Geduld.
Damit die Pausen nicht nur dem leiblichen Wohl dienten, gab es von unserer Tourleiterin gleich noch eine kleine Weiterbildung in Sachen Architektur: Toggenburger Häuser, Walserhäuser und Bregenzer Häuser – spannend! Besonders interessant war der Bezug zur Freiheitsliebe der Walser, die einst der Enge entflohen. Kann eine Motorradfahrerin irgendwie nachvollziehen.
Beim Mittagshalt gab es neben Essen und Abkühlung auch noch sprachliche Weiterbildung. Ein mir bisher unbekanntes, aber äusserst treffendes Wort bereicherte unseren Wortschatz: „urähnig“. Die perfekte Bezeichnung für eine schon beinahe historische Sesselliftanlage.
Nach dem Mittagessen folgte die nächste Attraktion: Unsere Tourleiterin beschloss offenbar, etwas Ballast abzuwerfen, und verlor unterwegs ein Gepäckstück. Zum Glück war eine aufmerksame Kuki hinter ihr zur Stelle, fischte das Teil praktisch im Vorbeifahren von der Strasse und überbrachte es der buchstäblich erleichterten Lady.
Und dann war da noch das Thema Kühlwesten. Anfangs vielleicht noch etwas kritisch beäugt, stieg das Interesse daran mit jedem zusätzlichen Grad. Gegen den späteren Nachmittag dürfte sich so manche innerlich bereits ernsthaft mit der Anschaffung eines solchen Teils beschäftigt haben.
Alles in allem war die Tour wegen des Wochenendverkehrs eher von der zähflüssigen Sorte. Was soll’s: Kukis kann man ausbremsen – ihre gute Laune nicht!
So kamen wir schliesslich müde, verschwitzt, kulturell gebildet und um ein wichtiges Wort reicher zurück.