Denkmal-Tour: Scharfrichterhaus zu Stans
Start nach kurzer Stärkung in der Konditorei von Rotz in Cham. Teilweise aus Morgennebel angereist, sehen wir weit im Blauen, die zerzausten Föhnwolken und geniessen die klare Sicht auf die Alpen, die teilweise schneegekrönte Gipfel zeigen.
Kurzer Halt auf Wunsch, bei Emmi. Weiterfahrt nach Luzern. Kurz noch die Jugi erblickt in welcher einige von uns an der CH 2021 übernachtet haben. Erinnerungen an ein unvergessliches Projekt! Fast freie Fahrt mitten durch Luzern, mit eindrücklicher Sicht auf See und Kappelbrücke.
In Stans am Treffpunkt des Denkmal Anlasses angekommen, werden wir allgemein interessiert betrachtet und von einem Reporter angefragt, ob er nach der Führung ein Interview mit uns machen dürfte. Kurz überlegt und flugs zugesagt, im Vertrauen darauf, dass die Gruppe mitmacht. Aber der Reihe nach…
Die Ausführungen der Historikerin, Frau Agatha Flury, grad neben dem ehemaligen Richtplatz, waren mitreissend und trotz des an sich schwierigen Themas humor- und doch respektvoll vorgebracht. So haben wir viel über die damalige Judikative und Exekutive erfahren. Unvorstellbar, für welch geringe Vergehen (nach heutiger Auffassung) die Menschen damals hart bestraft wurden. Und unvorstellbar, dass es zwischen den Varianten der Todesstrafe noch mehr oder weniger humane Ausführungen gab. Für die zarteren Gemüter lasse ich die Details weg. Was frau sich aber noch relativ romantisch vorstellen kann, sind Bussgänge nach Einsiedeln oder ins Todtmoos. Aber Achtung: Je nach Schwere der Tat, barfuss und barhäuptig!
Nach dem geschichtlichen Teil erläutern uns Strasky&Suter ArchitektInnen, wie sie das historische im 18. Jahrhundert erbaute Scharfrichterhaus, im denkmalpflegerischen Sinn um- und anbauen. Eine Modernisierung die sich in den Charakter der historischen Substanz integrieren soll, erfordert Fingerspitzengefühl und den Willen zur Auseinandersetzung mit dem Baukörper, den Lichtverhältnissen, den historischen und modernen Baumaterialien usw. Der vorgesehene Zeitrahmen von 1 ½ Jahren, wie die ArchitektInnen ausführen, lässt ahnen, welche planerischen, gestalterischen und handwerklichen Prozesse gefordert sind.
Nach diesen packenden Vorträgen werden wir eben wie vorerwähnt, vom Journalisten Rafael Schneuwly zum Interview gebeten. Er war sehr beeindruckt über die Infos über die KuK Philosophie und quittierte mit Respekt unser Bestreben, wenn möglich Auch immer kulturelle Teile in unsere Touren einzubinden.
Anschliessend führte uns Anja ins Culinarium Alpinum in Stans, wo wir uns fein verköstigen liessen und wo wir auch die vielen starken Eindrücke etwas verarbeiten konnten.
Weiter gings nach Sarnen und über die gut ausgebauten Kurven über den Glaubenberg (1540 m. ü M.) ins Entlebuch. Und was darf dann keinesfalls fehlen, wenn frau schon in der Region ist??
Genau: "Wernli hät me gärnli!" Kurze, aber wohlverdiente Biopause und Vorrat chrömele, um dem 3. K (Kalorien…) von KuK auch ausserhalb der Tour treu zu bleiben.
Nach dieser erlebnisreichen Tour verabschieden wir uns zufrieden in Emmen. Ich habe diese Tour sehr genossen und bedanke mich bei Anja für die souveräne Leitung.
Zürich, 20.09.2025. Barbara Oerdög